"Für mich persönlich ist dies die außergewöhnlichste Bohrung, die wir je gemacht haben. Dies war ein Wendepunkt."
Dieses Jahr ist es zwanzig Jahre her, dass Brownline eine Bohrung unter dem Rangierbahnhof Kijfhoek bei Zwijndrecht ermöglicht hat. 2006 war eine gesteuerte Bohrung an einem Ort mit so viel magnetischer Störung undenkbar. Das Drillguide Gyro Steering Tool wurde hier erstmals ernsthaft auf die Probe gestellt und bewies, dass es möglich war.
Wir blicken auf diese Bohrung mit Bertjan Molenaar zurück, der seit den Anfängen von Brownline eine treibende Kraft im Unternehmen war.
Wir glaubten wirklich, dass dies möglich wäre
Das Drillguide Gyro Steering Tool wurde in den Jahren vor 2006 entwickelt. Dieses System sollte eine Antwort auf die Frage liefern: Wie kann man unabhängig von der Umgebung unterirdisch messen?
Bertjan Molenaar: „Wir hatten ein eigenes magnetisches Steuerungstool, aber überall dort, wo Magnetismus ist, versagt ein solches Gerät. Wir haben das Gyro entwickelt, weil wir wirklich glaubten, dass dies möglich wäre.“
Das Bohren unter 62 Gleisen war und ist ein extremes Beispiel für magnetische Störungen. Die Gleise bildeten zudem ein langes blindes Stück der 700 Meter langen Strecke, so dass es keine Möglichkeit gab, die Bohrung von oben zu kontrollieren. Eine solche Bohrung war daher noch nie zuvor durchgeführt worden.
Bertjan: „Nach einigen Testbohrungen war Kijfhoek die erste echte Bohrung, bei der man vollständig auf das Gyro angewiesen war. Bei unserem Kunden, Van Leeuwen Sleufloze Technieken, sagten sie: ‚Entweder wir können die Bohrung nicht durchführen, oder es stimmt, was ihr sagt, und dann ist es doch möglich. Wir nehmen diese Bohrung an, weil wir euch glauben.‘ Und so hatten wir einen Kunden, der den Schritt wagte, aber wir mussten es beweisen.“
Für alle mega-spannend
Die Bohrung dauerte etwas mehr als eine Woche und Bertjan hat etwa 80% der Bohrung vermessen. In den letzten Tagen wurden Tag- und Nachtschichten eingelegt, wobei Hans de Bruin die Nachtschicht übernahm. Mit der ersten Version des Drillguide GST wurde der Fortschritt der Bohrung vermessen. Die Smart-Guide-Software, die Brownline heute verwendet, gab es damals noch nicht, sodass Bertjan die Berechnungen selbst vornehmen musste.
Bertjan: „Das Gerät zeigte eine Neigung und einen Azimut an, und den Rest musste man selbst machen. Weil man selbst rechnen und alles im Auge behalten musste, konnte man damals viel leichter Fehler machen. Heute sind viel mehr Dinge in der Software automatisiert, aber das Prinzip ist das gleiche geblieben. Das Grundprinzip ist, dass man die richtigen Winkel erhält.“
Nach 700 Metern Bohren, inklusive einer horizontalen Kurve, tauchte der Bohrkopf wieder auf der anderen Seite des Rangierbahnhofs auf, nur 30 Zentimeter vom Pflock entfernt.
Bertjan: „Ich habe noch nie Menschen so glücklich gesehen wie damals, als diese Bohrung an die Oberflähce kam. Heute sind wir alle daran gewöhnt, aber damals wussten wussten wir in dem Moment, als die Bohrung in den Boden ging, nicht sicher, ob sie auf der anderen Seite auch wirklich gut ankommen wurde. Das war für alle mega-spannend.“
Nach dieser Bohrung hat sich alles geändert
Bertjan: „Jeder in der Bohrbranche, der ein Foto von dieser Bohrung sieht, sagt: ‚Das ist unmöglich.‘ Sie sehen gleich die Probleme, besonders in jener Zeit. Heute denken wir nicht mehr magnetisch, aber damals dachten allen magnetisch, denn das war der Standard. Mit ein Übersichtsfoto des Rangierbahnhofs konnten wir zeigen, was damals nicht möglich war und seitdem möglich ist. Das ist, denke ich, die Stärke dieser Bohrung.“
„Nach dieser Bohrung hat sich alles geändert, auch für Brownline. Es war ideales Werbematerial, weil man nichts erklären musste. 62 Gleise, mehr muss man nicht hinzufügen. Jeder in der Bohrbranche weiß dann genug. Vor allem damals, heute haben wir uns daran gewöhnt. Heute würden wir es immer noch als eine interessante Bohrung betrachten, aber damals war es unmöglich.“
„Dieses Projekt hat sehr viel für Brownline getan. Wir konnten damit unser Proof of Concept beweisen. Den Erfolg dieser Bohrung haben wir genutzt, um unser Geschäft mit unseren ersten drei Kunden in den Niederlanden auszubauen. Dann kamen mehr Kunden in den Niederlanden dazu, bald auch in Belgien und später in Deutschland.“
Stolz
_Bertjan: „Für mich persönlich ist dies die außergewöhnlichste Bohrung, die wir je gemacht haben. Dies war ein Wendepunkt. Im Nachhinein haben wir spektakulärere Bohrungen gemacht, Texel war größer in Bezug auf die Länge, aber bei Kijfhoek war die Wirkung größer. Das war das Spannendste, persönlich bin ich am meisten stolz darauf.“
Brownline blickt mit großem Stolz auf die Bohrung unter Kijfhoek zurück, auf die Auswirkungen, die das Projekt hatte, und auf die Entwicklung, die wir in den letzten zwanzig Jahren durchgemacht haben.